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Wie pflegen Sie Ihr Klavier Hier einige nützliche Pflegetipps, damit Sie lange Freude an Ihrem Instrument haben...
Pflege Raumklima Standortfaktoren Akustik-Wissenswertes Wartungsplan
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Allgemeines Klaviere und Flügel bestehen zum größten Teil aus Holz. Sie sind dafür konstruiert, sich im selben Klima "wohl zu fühlen" wie wir Menschen, also am besten in der Wohnung. Holz ist ein natürlicher Werkstoff, der auf die gegebenen Klimaverhältnisse reagiert. Diese Reaktion ist in einem gewissen Rahmen positiv und erwünscht. Werden jedoch bestimmte Mindestanforderungen an das Raumklima nicht eingehalten, kann diese Eigenschaft sich ins Negative umkehren und zu beachtlichen Schäden am Instrument führen.
Mehr zum Thema Raumklima >>
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| Pflege
Oberflächen Um die Oberfläche des Klaviers zu reinigen, sind nicht immer alle Putzmittel geeignet. Bei alten Klavieren sind die Oberflächen mit spirituslöslichem Schellack poliert. Die Pflege sollte also nicht mit öl- oder fetthaltigen Mitteln erfolgen, da sich sonst Schlieren bilden. Spiritus- oder alkoholhaltige Reinigungsmittel können die Politur anlösen und eignen sich daher ebenfalls nicht. Fragen sie bitte ihren Händler nach einem geeigneten Pflegemittel. Moderne Klaviere und Flügel sind meistens mit Polyesterlack hochglanzpoliert. Diese Lacke sind zumindest für kurze Zeit wasser- und laugenbeständig. Solche Lacke können sie am besten mit einem feuchten Fensterleder reinigen. Bei starker Verschmutzung geben sie einfach einen Schuss Glasreiniger ins Wasser.
Mehr zu Gehäusepflege >>
Pedale Die Pedale können mit Kupferputz nach vorgeschriebener Art behandelt werden. Beachten Sie dabei dass der Kasten um die Pedale herum nicht berührt wird, sonst können weiße Flecken entstehen.
Tasten Am besten reinigt man die Tasten mit einem nur leicht mit Spülwasser angefeuchteten Tuch. Dabei muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass kein Wasser und kein Spülmittel zwischen die Tasten läuft! Die Tasten sind seitlich aus unbehandeltem Holz, und quellen schnell auf, was ein Hängenbleiben der Tasten zur Folge haben kann. Bei alten Klavieren mit Elfenbeintasten vergilben die Tasten mit der Zeit von alleine. Damit sie wieder weiß werden, müssen sie geblichen werden. Dieses Bleichen sollte man Fachmännern/frauen überlassen.
Filze In der Klaviermechanik befinden sich unterschiedliche Filze und Tuche, die leider häufig Motten zum Opfer fallen. Dagegen helfen die üblichen Motten-Bekämpfungsmittel.
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| Raumklima
Holz passt sich mit einer geringen zeitlichen Verzögerung dem Raumklima an. Je nachdem, wie hoch der Wassergehalt in der Luft ist (relative Luftfeuchtigkeit), kann auch der Wassergehalt im Holz steigen und fallen. Holz verändert sein Volumen in Abhängigkeit von seiner Feuchte. Aber nicht nur das Holz quillt und schwindet, sondern auch die im Klavier/Flügel verbauten Materialien Leim, Filz und Papier reagieren darauf. Diese Veränderungen spielen sich zwar im Bereich von wenigen Millimetern ab, sie sind jedoch nicht zu überhören. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Luftfeuchtigkeit in dem Raum, in dem das Klavier steht, möglichst konstant gehalten wird. Starke Luftfeuchtigkeits- und Temperaturschwankungen und extrem hohe oder niedrige Werte können jedoch an ihrem Klavier große Schäden anrichten!
Die Luftfeuchtigkeit im Raum wird durch ein Hygrometer angegeben. Neben den mechanischen Hygrometern gibt es heutzutage wesentlich zuverlässigere elektronische Geräte. Ein mechanisches Hygrometer sollte einmal im Jahr geeicht werden. Dies geschieht indem das Messgerät etwa 1/2 Stunde in einem nassen Tuch gewickelt wird. Es sollte anschließend eine Luftfeuchtigkeit von 97% anzeigen. Mit einem geeigneten Schraubenzieher können Sie das Gerät justieren.
Das ideale Raumklima liegt bei 20° C bis 22° C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50% bis 70%. In extremeren Klimazonen sollte man darauf achten, dass die relative Luftfeuchtigkeit nicht mehr als um 30% schwankt, und sich keinesfalls dauerhaft über 80% einstellt. Viele Hersteller bieten besondere, auf das Klima abgestimmte Klavier- und Flügelmodelle an. Bitte informieren sie sich bei einem Fachhändler!
Bei zu großer Luftfeuchtigkeit (zum Beispiel wenn der Sommer sehr feucht ist) nimmt das Holz so viel Wasser auf, bis der Sättigungspunkt erreicht ist. Wenn jetzt keine Luftzirkulation stattfindet, fängt es an zu schimmeln, und die Stahlsaiten und Wirbel korrodieren. Im Extremfall können sich sogar Leimverbindungen lösen. Damit dies nicht geschieht, sollten sie den Raum regelmäßig kurz und stoßweise lüften. Ein Klavier sollte generell nicht in zu feuchten Räumen stehen (z.B. nicht im Keller).
Bei zu geringer Luftfeuchtigkeit (im Winter, wenn stark geheizt wird; aber auch wenn der Sommer besonders trocken ist) schwindet das Holz und zieht sich zusammen. Dadurch können Risse entstehen. Sinkt die Luftfeuchtigkeit auf unter 40% ab, sollten sie unbedingt einen Luftwäscher aufstellen, der die Luft reinigt und befeuchtet. An kalten und trockenen Wintertagen versorgt ein solches Gerät die Luft mit mehreren Litern Wasser; ein kleines Gefäß auf der Heizung oder im Klavier reicht deshalb leider nicht aus! Auf diese Weise pflegen Sie auch gleichzeitig das gesamte Mobiliar.
Obwohl die verwendeten Materialien in den heutigen Klavieren und Flügeln einiges an Schwankungen der relativen Feuchtigkeit abkönnen, sollten extreme Schwankungen der Feuchtigkeit vermieden werden. Eine regelmäßige Kontrolle der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit ist also ein wesentlicher Bestandteil der Klavierpflege. Das Klavier und seine Stimmhaltung werden es Ihnen danken.
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 Hygrometer
 Luftbefeuchter
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Standortfaktoren
Da ein Klavier sehr empfindlich auf Umwelteinflüsse reagiert, sollten Sie es nicht direkt an die Heizung oder an einem Ofen aufstellen, direkter Sonnenbestrahlung aussetzen (bei geöffnetem Flügel noch wichtiger) oder in feuchten Räumen (Keller) aufstellen. Sie sollten es auch vermeiden, das Klavier direkt in ständigen Durchzug zu stellen.
Standortfaktor Fußbodenheizung
Klaviere/ Flügel und Fußbodenheizung vertragen sich nicht optimal miteinander. Die aufsteigende (im Klavier unterstützt durch die Kaminzugwirkung) warme (Zug-)luft wirkt unmittelbar auf das Material. Es kommt zwingend zu Reaktionen. Bei älteren Instrumenten entstehen dabei oft und sehr schnell starke Mängel (Risse im Resonanzboden und Stimmstock). Neue (gute) Instrumente sind vom Material, Konstruktion und Verarbeitung dagegen schon optimal gegen die Einwirkung der Fußbodenheizung geschützt. Instrumente auf Fußbodenheizungen sollten auf jedem Fall regelmäßig gestimmt werden (mind. 2x jährlich).
Wahl des Standorts
Für die Wahl des Standorts sind verschiedene Faktoren von Bedeutung. Dazu gehören die oben aufgeführten physikalischen Aspekte aber auch Überlegungen wie weit das Instrument im Lebensmittelpunkt stehen soll oder nicht. Manchmal sind es aber auch die Sachzwänge, die einen bestimmten Standort erfordern. Wählen Sie unter Berücksichtigung der o.g. Voraussetzungen den für Sie besten Standort. Der Klavierstimmer steht Ihnen mit Beratung beim nächsten Stimmtermin zur Verfügung und wird Sie ggf. auf problematische Bedingungen hinweisen.
Bedenken Sie bitte auch, dass die Gehäuse von Klavieren und Flügeln zur Pflege und Wartung geöffnet werden müssen. Insbesondere nach oben muss genügend Platz gelassen werden. Aber auch seitlich braucht der Klavierstimmer etwas Bewegungsfreiheit um die erforderlichen Arbeiten ausführen zukönnen
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Bei Fragen zum Aufstellungs- ort beraten wir sie auch gerne bei ihnen im Hause. |
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| Akustik - Wissenswertes
Ob ein Raum gute Klangeigenschaften hat, hängt sowohl von seiner Größe, als auch von den Gegenständen ab, die sich darin befinden. Gute Raumklang-Eigenschaften zeichnen sich durch günstige Nachhallzeit und diffuse Reflektion des Schalls im Raum aus. Unter Nachhall versteht man den zeitlichen Abstand zwischen direktem und reflektiertem Schall. Nachhall ist nicht wahrnehmbar, wenn die Zeitdifferenz gleich oder kleiner als 1/30 Sekunde beträgt. Die Form eines Raumes und die Oberflächenbeschaffenheit der Gegenstände und Wände haben Auswirkungen auf die Reflexion des Schalls. Diese können den Nachhall verändern oder zu Interferenzen (Überlagerung von Schallwellen) führen. Das bedeutet, dass man im Raum an unterschiedlichen Stellen unterschiedliche Lautstärken wahrnimmt, oder dass sich die Klangfarbe verändert. Parallele Wände wirken sich Reflexionssteigernd aus. Säulen und Erker können spektrale Verzerrungen hervorrufen. Diese Faktoren machen sich allerdings eher erst bei recht großen Räumen bemerkbar.
In der Wohnung spielt vor allem der Absorptionsgrad verschiedener Materialien eine tragende Rolle für den Klang von Instrumenten. Unter Absorption versteht man das Verhältnis zwischen aufgenommenen ("geschlucktem") und reflektiertem Schall. Grundsätzlich reflektieren harte Stoffe den Schall besser als weiche, wobei glatte Oberflächen die Reflexion zusätzlich unterstützen.
Mehr zum Thema Akustik >>> Über Klaviergeräusche >>>
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Wartungsplan für Ihr Instrument
Saiteninstrumente verstimmen im wesentlichen aufgrund klimatischer Einflüsse. Diese bewirken Veränderungen am Material (Holz/Metall), wodurch sich auch die Zugkräfte der Saiten verändern. Wird dies nicht durch regelmäßige Pflege und Wartung ausgeglichen, können nachhaltige Mängel am Instrument entstehen.
Daraus ergibt sich folgender Serviceplan nach den Vorgaben und Empfehlungen der Hersteller und Klavierbauer:
| Zeitplan nach Erwerb |
Durchzuführende Arbeiten |
| Nach 6 Monaten |
Stimmung |
| Nach 12 Monaten |
Stimmung, Pedale einstellen, nachintonieren, Mechanik nachregulieren |
| Nach 18 Monaten |
Stimmung |
| Nach 24 Monaten |
Stimmung, Mechanik nachregulieren |
| Nach 30 Monaten |
Stimmung |
| Nach 36 Monaten |
Stimmung, nachintonieren |
| Nach 42 Monaten |
Stimmung |
| Nach 48 Monaten |
Reinigung, Stimmung, Hammerköpfe abziehen, Pedale einstellen, regulieren, intonieren | |



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Neben den physikalischen Gründen für eine regelmäßige Pflege und Wartung, bereitet das Spiel auf einem "frisch gestimmten" Klavier auch sehr viel Freude und trägt zu einer besseren Gehörbildung bei. |
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